Neue Führerscheinklassen ab 19.1.2013

Die Neuregelung zur Änderung der Fahrerlaubnisklassen tritt am 19.1.2013 in Kraft. Wir möchten Sie aber bereits jetzt über die Änderungen informieren.
Von den Einschränkungen gegenüber derbisherigen Rechtslage sind nur Personen betroffen, deren Fahrerlaubnis dieser Klassen ab dem 19.01.2013 erteilt wird. Für alle "Altinhaber" gilt Bestandschutz. Von Verbesserungen und Erweiterungen einer Fahrerlaubnis profitieren jedoch allen Inhabern dieser Fahrerlaubnis.

Man hört es ab und zu schon einmal: Die 3. EU-Führerscheinrichtlinie kommt

Sowohl Führerscheininhaber als auch Führerscheinbewerber, die sich überlegen im Laufe des Jahres 2012 mit ihrer Ausbildung zu beginnen, sollten wissen was sie im nächsten Jahr erwartet.
Stichtag für die Umstellung des bisherigen in das neue Führerscheinrecht ist der 19. Januar 2013.

Doch was ändert sich eigentlich?

Befristung der Führerscheindokumente
Ab dem 19.01.2013 ausgestellte Führerscheine, die bisher unbefristet erteilt wurden, werden auf den maximal zulässigen Zeitraum von längstens 15 Jahren befristet. Auch nach dieser Frist werden die Führerscheindokumente nur verwaltungsmäßig umgetauscht, d.h. der Umtausch wird mit keiner ärztlichen oder sonstigen Untersuchung verbunden. Bis 2033 sind zusätzlich alle bisher unbefristet ausgestellten Führerscheine erstmalig umzutauschen. Damit wird die durch die Richtlinie längst mögliche Umtauschfrist ausgenutzt.
Im Rahmen dieser Umstellung wird das Führerschein-Scheckkartenmodell angepasst und die Sicherheitsmerkmale optimiert.

Neuordnung der Führerscheinklassen
Neben der Anpassung der nationalen Klasse M in die neue EU-Klasse AM werden auch dreirädrige Fahrzeuge (Trikes) in Abhängigkeit ihrer Motorleistung in die A-Klassen integriert.
Der Bedeutung des sukzessiven Erfahrungsaufbaus von Fahranfängern wird bei den Motorradklassen durch die Regelungen des "Stufenführerscheins" Rechnung getragen. Wer zunächst die Fahrerlaubnis in einer weniger starken Leistungsklasse erwirbt, erhält leichteren Zugang zur nächst höheren Fahrerlaubnisklasse. Allerdings erhält man nach 2 Jahren nicht mehr automatisch die uneingeschränkte Klasse A, wie dies bei der Klasse A beschränkt bisher noch möglich ist. Dafür ist der Direkteinstieg bereits mit 24 Jahren möglich.

Bei der Klasse B wird die Anhängerregelung durch den Wegfall der komplizierten Randbedingungen über die verschiedenen Gewichte einfacher. Zukünftig wird man alle Anhänger mit mehr als 750 kg ohne Einschränkung fahren können, die in der Summe der zulässigen Gesamtmassen von Zugfahrzeug und Anhänger 3,5 t nicht überschreiten. Zusätzlich besteht die Möglichkeit im Rahmen einer Fahrerschulung diesen Wert noch auf 4,25 t zu erweitern. Dies wird im Führerschein durch die Schlüsselnummer 96 kenntlich gemacht.

Wer sich jedoch im Anhängerbetrieb alle Möglichkeiten offen halten will, sollte direkt die Klasse BE erwerben. Hier wird lediglich die zulässige Gesamtmasse des Anhängers auf 3,5 t beschränkt. Wer dann noch schwerere Anhänger fahren möchte, muss die Klasse C1E erwerben. Auch bei dieser Klasse fallen die Randbedingungen hinsichtlich der Gewichte in Zukunft weg. Es gilt auch hier die Summe der zulässigen Gesamtmassen, jedoch bei C1E von 12t.


Wichtig zu wissen ist, dass der Umfang einer bis zum 18.01.2013 erworbenen Fahrerlaubnis erhalten bleibt. Allerdings bringt ein späterer Erwerb teilweise auch Vorteile. Wer also noch den Führerschein aufgrund seines Mindestalters bis zum 18.01.2013 erwerben kann, muss sich über die Vor- und Nachteile im Klaren sein und entsprechend entscheiden.



Details der Änderungen:
Die fahrerlaubnisspezifischen Änderungen der 3. EU-Führerscheinrichtlinie treten am 19. Januar 2013 in Kraft.

1. Neue Klasse AM (entspricht Klasse M)

Einbeziehung auch dreirädriger Fahrzeuge und vierrädriger Leichtkraftfahrzeuge bis 45 km/h (jetzige Klasse S)
Das Mindestalter beträgt weiterhin 16 Jahre
Für den Fahrerlaubniserwerb drei- und vierrädriger Kraftfahrzeuge dieser Klasse ist die Prüfung auf einem Kraftrad der Klasse AM erforderlich



2. Klasse A1

Einbeziehung dreirädriger Fahrzeuge bis zu einer Leistung von 15 KW, die bisher in die Klasse B zugeordnet wurden
Ergänzung der Merkmale der Krafträder um das maximale zulässige Verhältnis von Leistung zur Leermasse von 0,1 kW/kg
Anpassung der Anforderungen an das Prüfungsfahrzeug; Hubraum mindestens 120 ccm, Vmax mindestens 90 km/h und Verhältnis von Leistung zur Leermasse nicht mehr als 0,1 kW/kg
Wegfall der nationalen Stufenregelung (Vmax 80 km/h bis zum 18. Lebensjahr).




3. Klasse A2 (bisherige Klasse A beschränkt)

Änderung der Merkmale der Krafträder auf eine Leistung von max. 35 KW und einem maximalen Verhältnis von Leistung zum Gewicht bis 0,2 kW/kg
Anpassung der Anforderungen an das Prüfungsfahrzeug auf mindestens 25 KW und einem Hubraum von mindestens 400 ccm



4. Klasse A

Einbeziehung dreirädriger Fahrzeuge mit einer Leistung von mehr als 15 KW, die bisher in die Klasse B zugeordnet wurden; Mindestalter 21 Jahre
Änderung der Merkmale der Krafträder auf eine Leistung von mehr als 35 KW oder dem Verhältnis von Leistung zum Gewicht von mehr als 0,2 KW/kg
Reduzierung des Mindestalters beim Direkteinstieg auf 24 Jahre (bisher 25 Jahre)
Anpassung der Anforderungen an das Prüfungsfahrzeug auf mindestens 40 KW und einen Hubraum von mindestens 600 ccm
Zum Direkterwerb der Klasse A ist eine theoretische und praktische Prüfung erforderlich (kein automatischer Erwerb nach zweijährigem Besitz der Klasse A2)



5. Stufenregelung bei den A-Klassen

Beim Erwerb der Klasse A2 von A1 bzw. A von A2 und dem Vorbesitz der entsprechenden Klasse von mindestens 2 Jahren entfällt eine theoretische Prüfung
Für die Klassen A2 bzw. A ist nur eine verkürzte praktische Prüfung erforderlich



6. Klasse B

Mit der Klasse B dürfen grundsätzlich Zugkombinationen bis 3,5t zulässiger Gesamtmasse (zGM) gefahren werden (bei Anhängern mit mehr als 0,75t zGM)
Die Rahmenbedingung, dass die zGM des Anhängers nicht größer sein darf als die Leermasse des ziehenden Fahrzeugs entfällt



7. Klasse B 96 (Codeschlüsselzahl 96)

Mit der Klasse B 96 dürfen Zugkombinationen von 3,5t bis 4,25t zulässiger Gesamtmasse (zGM) gefahren werden (bei Anhängern mit mehr als 0,75t zGM)
Der Erwerb erfolgt mittels einer Fahrerschulung nach Anlage 7a der FeV durch eine Fahrschule bzw. einen Fahrlehrer



8. Klasse BE

Die maximal zulässige Gesamtmasse des Anhängers darf 3,5t betragen
Bei mehr als 3,5t zGM ist grundsätzlich die Klasse C1E erforderlich





Konkret gelten ab 2013 folgende Regelungen:

- Ab dem 19.1.2013 sind neue Führerscheine auf 15 Jahre befristet

- Für bis dahin absolvierte Führerscheine gilt eine Art befristeter Bestandsschutz bis 2033 (siehe auch "Begrenzter Schein")
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- Das Einstiegsalter für die Klasse AM (50cm 3;/45 km/h) bleibt bei 16 Jahren

- Die Klasse AM bleibt im Pkw-Führerschein enthalten

- Die Limitierung der Höchstgeschwindigkeit für 16- und 17jährige A1- Führerschein Inhaber (80 km/h) entfällt, dafür wird für
A1-Fahrzeuge ein zusätzliches Leistungsgewicht von 0,1 kW/kg eingeführt

- Eine Liberalisierung des A1-Einschlusses in den Pkw-Führerschein wurde abgelehnt

- Dreiräder gehören zur Fahrerlaubnisklasse A

- Inhaber der Fahrerlaubnisklasse A1 dürfen dreirädrige Kraftfahrzeuge mit einer maximalen Leistung von 15kW fahren

- Die Leistung der Klasse A2 wird auf 35kW erhöht

- Beim Aufstieg von A1 auf A2 und von A2 auf A wird es nur noch eine reduzierte praktische Prüfung von 40 Minuten geben

- Das Einstiegsalter für den Direktzugang zur Klasse A wurde von 25 auf 24 Jahre gesenkt

- Dreiräder mit mehr als 15kW können nur noch mit der Klasse A ab 21 Jahren gefahren werden

- Die praktische Prüfung zum Erwerb der Führerscheinklasse A2 wurde für Inhaber des Pkw-Führerscheins, der bis zum 01.04.1980
erteilt worden ist, erleichtert

- Keine Motorrad-Anhängerklasse auch nicht für dreirädrige KfZ

- Prüfungsfahrzeug Klasse A1: min. 120cm 3;, min. 90 km/h, max. 0,1 kW/kg

- Prüfungsfahrzeug Klasse A2: min 400cm 3;, min. 130 km/h, max. 0,2 kW/kg, min 25kW

- Prüfungsfahrzeug Klasse A: min. 600cm 3;, min. 44kW
Übergangsregelungen

Inhaber der alten beschränkten Fahrerlaubnis Klasse A, die vor dem 19.01.2013 absolviert worden sind, dürfen ab dem 19.01.2013 Krafträder der neuen Klasse A2 (35kW) und nach Ablauf von 2 Jahren nach der Erteilung der alten Klasse A unbeschränkte Motorräder der Klasse A führen.

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